Cyber-Vorfall – vorsorgliche Benachrichtigung
Sie kennen uns als verlässlichen Partner, und es gehört zu unserem Selbstverständnis, in der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Ihnen transparent zu agieren. Deshalb möchten wir Ihnen heute Informationen zu einem Cyber-Angriff auf unsere Kanzlei zukommen lassen.
Küttner Rechtsanwälte wurde Ende Juni 2026 Ziel eines Cyberangriffs, im Rahmen dessen Angreifer Zugang zu einem kleinen Teilbereich unserer Systeme erlangten. Wir waren auf solch ein Szenario vorbereitet und haben umgehend auf Basis unserer Notfallpläne reagiert. Direkt nachdem unsere Überwachungssysteme Auffälligkeiten erkannten, haben wir in einem strukturierten Prozess weitreichende Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Dank dieser Sofortmaßnahmen konnten wir den Angriff unterbrechen und frühzeitig eindämmen. Die betroffenen Systeme haben wir auf Basis integrer Datensicherungen innerhalb weniger Stunden wieder aufgebaut.
Die laufende Mandatsbearbeitung war zu keinem Zeitpunkt eingeschränkt. Wir waren und sind vollumfänglich arbeitsfähig und können unsere Mandate in der gewohnten Qualität und Zuverlässigkeit bearbeiten. Es gibt keinerlei Einschränkungen in der Verfügbarkeit unserer Systeme. Auch die Kommunikation mit uns per E-Mail und Telefon war und ist auf allen bekannten Kanälen uneingeschränkt und sicher möglich.
Wir haben den Vorfall fristgerecht an die für uns zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde (Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen – LDI NRW) gemeldet und zudem bei der Kriminalpolizei Köln zur Anzeige gebracht. Mit den beteiligten Behörden stehen wir im engen Austausch. Bei den Arbeiten wurden und werden wir von externen, BSI-qualifizierten Cyber-Security-Spezialisten unterstützt.
Informationen zur Datensicherheit
Spezialisierte IT-Forensiker haben den Hergang des Angriffs im Einzelnen untersucht. Im Zuge dieser umfassenden Analysen haben wir Nachweise erlangt, dass die Angreifer auf den betroffenen Systemen auf eine Teilmenge von Daten zugegriffen und möglicherweise einen geringen Teil (ca. 3,5% unseres Gesamt-Datenbestandes) abgeleitet haben. Ob der versuchte Datentransfer tatsächlich erfolgreich war und welche konkreten Daten möglicherweise heruntergeladen wurden, lässt sich nicht rekonstruieren. Es liegen Indizien dafür vor, dass durch die frühzeitige Unterbrechung des Angriffs keine lesbaren Daten aus unseren Systemen ausgeleitet werden konnten.
Parallel zu tiefenforensischen Untersuchungen führen wir engmaschige Prüfungen der Netzwerke und Systeme als proaktive Sicherheitsmaßnahme durch. Im Rahmen eines Darknet-Monitorings wird zudem nach Hinweisen zum Angriff sowie auf eine etwaige Veröffentlichung möglicherweise abgegriffener Daten gesucht. Dieses Monitoring ergab bislang keinerlei Auffälligkeiten.
Aus datenschutzrechtlicher Sicht liegt nach unserer Einschätzung kein hohes Risiko für die persönlichen Rechte und Freiheiten natürlicher Personen vor.
Dennoch informieren wir unsere Mandanten und Geschäftspartner hiermit höchstvorsorglich über (potentiell) betroffene Kategorien personenbezogener Daten, von denen wir nicht ausschließen können, dass die Angreifer sie heruntergeladen haben könnten. Es handelt sich ganz überwiegend um Namen, (vornehmlich geschäftliche) Kontaktdaten und B2B-Korrespondenz. Betroffen sein können zudem – je nach Mandat – Prozessstrategien, nicht öffentlich bekannte Urteile sowie KYC-Informationen von wirtschaftlich Berechtigten. Insbesondere im Fall von Kündigungsstreitigkeiten oder Maßnahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements können punktuell besondere Kategorien personenbezogener Daten in Gestalt von Gesundheitsdaten von natürlichen Personen (z.B. aktuelle oder ehemalige Beschäftigte von Mandanten) betroffen sein.
Empfehlungen zur Datensicherheit
Rein präventiv möchten wir Ihnen einige wichtige Hinweise an die Hand geben, wie Sie sich grundsätzlich schützen und potenzielle Betrugsversuche – bspw. in Form von Phishing und Social-Engineering – erkennen können:
-
Verhalten Sie sich im Internet bitte generell vorsichtig: Seien Sie wachsam beim Öffnen von E-Mail-Anhängen, beim Anklicken von Verlinkungen sowie bei Downloads.
-
Bitte prüfen Sie bei Ihnen eingehende geschäftliche und private Korrespondenz sorgfältig auf Richtigkeit und Vertrauenswürdigkeit. Personen könnten Sie unter Vorgabe einer falschen Identität kontaktieren und unter Angabe Sie betreffender vertraulicher Informationen versuchen, Ihr Vertrauen zu gewinnen und Sie etwa zur Preisgabe bestimmter Informationen oder zu sonstigen Handlungen zu bewegen. Sollten Sie sich unsicher sein, ob Mails oder Anrufe authentisch sind, empfehlen wir Ihnen, die Identität der Kontaktperson zu verifizieren (etwa durch einen Rückruf unter der Ihnen bekannten Nummer).
-
Geben Sie bitte niemals sensible Informationen an externe Empfänger preis, wenn Sie Zweifel an der Legitimität der Anfrage haben. Kommunizieren Sie niemals Sicherheitsmerkmale wie PINs oder Passwörter. Bitte beachten Sie, dass seriöse Stellen Sie niemals proaktiv kontaktieren werden, um sensible Daten wie Zugangsdaten oder Passwörter abzufragen.
-
Im Rahmen solcher Angriffe kann es vereinzelt vorkommen, dass die Cyber-Kriminellen Sie z.B. per Mail oder Telefon kontaktieren. In diesen Fällen raten wir Ihnen, die Kontaktaufnahme zu ignorieren. Auch hier gilt: Geben Sie in keinem Fall persönliche Zugangsdaten oder Passwörter heraus.
-
Sofern Sie Überweisungen an unsere Sozietät tätigen, nutzen Sie bitte ausschließlich die Ihnen bekannten Bankverbindungen, diese haben sich nicht geändert. Bitte fragen Sie im Zweifelsfall bei den Ihnen bekannten Kontaktpersonen nach.
-
Zur Sicherheit empfehlen wir Ihnen, regelmäßig, aber besonders jetzt, Passwörter zu ändern. Sofern Sie Zugangsdaten mit uns geteilt haben, empfehlen wir Ihnen, diese umgehend zu ändern. Verwenden Sie komplexe, sichere Passwörter und nutzen Sie, wo möglich, eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), um Ihre Daten zusätzlich abzusichern.
-
Sollten Sie gemeinsam mit uns an SharePoint-Dateien arbeiten, achten Sie bitte besonders darauf, nur solche SharePoint-Links zu öffnen, die tatsächlich von Microsoft versandt wurden. Betrugsversuche im Zusammenhang mit SharePoint-Links erkennt man typischerweise an der E-Mail-Adresse des Absenders sowie an der URL des Links (diese führt bei legitimen E-Mails auf eine mit „my.sharepoint.com“ endende Website). Fragen Sie bei Zweifeln über die Legitimität eines SharePoint-Links bitte bei Ihrem persönlichen Ansprechpartner nach, ob dieses Dokument für Sie freigegeben wurde.
Weitere Absicherung unserer IT-Systeme
IT-Sicherheit und der Schutz der Daten unserer Partner, Mandanten und Mitarbeitenden haben bei uns einen sehr hohen Stellenwert. Deshalb haben wir vorab alle technischen und organisatorischen Maßnahmen ergriffen, um auf ein solches Szenario bestmöglich vorbereitet zu sein. Aus der Aufarbeitung des Vorfalls haben wir bereits Konsequenzen gezogen und werden unsere Schutzmaßnahmen noch weiter ausbauen und unsere Systeme stetig härten.
Auch wenn es im IT-Bereich leider keine 100%-ige Sicherheit geben kann: Wir investieren jetzt und weiterhin kontinuierlich in unsere technische Sicherheit – entsprechend unserem Leitbild, Ihnen jederzeit ein verlässlicher, verantwortungsbewusster und zukunftsorientierter Partner zu sein.
Sollten Sie hierzu Fragen haben oder weitergehende Informationen benötigen, kontaktieren Sie uns gerne unter nachstehender E-Mail-Adresse: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. .